Molham Village ist mehr als nur eine Unterkunft
Marwa ist eine Mutter von vielen Müttern im Molhamheim. Sie hat vor ein paar Jahren geheiratet, wie viele junge Frauen. Dann wurde sie schwanger und freute sich auf ihr erstes Kind. Monat für Monat freute sie sich auf die Geburt, dass sie endlich ihr Mädchen in die Arme nehmen kann. Doch ihre Freude hat sich in Angst und Traurigkeit verwandelt, als plötzlich ihr Mann starb. Sie und ihr Kind werden keinen Ernährer haben. Und ihr Mädchen würde schon als Halbweise geboren. Es würde alles über seinen Vater erfragen müssen. Es würde seine Mutter fragen, wie der Vater ausgesehen hat, wie alt er geworden ist, welche Augenfarbe er hatte, wie sich seine Stimme anhörte und was sein Lieblingsessen und seine Lieblingsfarbe war. Wegen Marwas schwieriger Lebensbedingungen musste sie nach der Geburt ihres Kindes Ghetha nochmal heiraten. Dieser Mann war zu Ghetha sehr lieb und hat sich gut um sie gekümmert. Leider ist auch er nach kurzer Zeit gestorben und ließ Marwa wieder schwanger zurück. So wurde Marwa Mutter von zwei Halbweisen mit denen sie geflüchtet ist, ohne Brotverdiener. Marwa hat sich aber nicht unterkriegen lassen und studiert nun Englisch an der Uni. Sie wohnt im Molhamheim, wo man ihr das Studium bezahlt und sich gut um sie und viele andere Mütter kümmert und ihr Selbstvertrauen stärkt. Das Molhamheim in Azaz ist ein Heim für Waisen- und Halbwaisenkinder. Dort gibt es 17 Zimmer in deren Atrium die Kinder spielen können. In einem der Zimmer ist die Heimleitung untergebracht. Zusätzlich wird noch ein Kindergarten und ein Gemeinschaftraum geplant. In dem Heim leben 21 Kinder mit ihren Müttern. Es wurde im Mai 2020 in der Stadt Azaz, einem Außenbezirk von Aleppo in Nordsyrien gebaut. Das Heim hat viele Angebote für die Familien.
Wohnen: jede Familie bekommt ein möbliertes Zimmer
Essen: es werden drei Mahlzeiten am Tag angeboten
Krankenstation: medizinische Versorgung ist kostenlos
Lernangebote: Schule für die Kinder und ein Studium für die Mütter werden finanziert Bekleidung: vier mal im Jahr wird kostenlos Kleidung angeboten
Psychische Beratung: durch die Heimleitung werden Psychotherapeuten vermittelt
und Selbstvertrauen gestärkt
Im Molhamheim gibt es fünf Mütter, die an der Uni studieren, eine Mutter macht gerade ihr Abitur und zwei bereiten sich auf die Mittelschule vor.
Im Heim kann man an vielen Aktivitäten teilnehmen.
Kinder unter sechs Jahren können in den Kindergarten gehen. Dort gibt es eine ausgebildete Erzieherin, die nach der Montessoripädagogik arbeitet.
Es gibt auch Lernangebote von nationalen Organisationen, z.B. Fremdsprachen, Theater, Mathematik und viele andere Angebote.
Weiter- und Fortbildungen werden für die Mütter angeboten.
Die Schulkinder können Nachhilfe von einer ausgebildeten Lehrerin bekommen.
Für alle werden gemeinsame Ausflüge angeboten und über Aktivitäten anderer Organisationen informiert.
Das Ziel des Molhamheims ist nicht die Unterkunft sondern Sicherheit, Motivation, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit für die alleinerziehenden Mütter zu bieten. So dass sie gestärkt werden, um die Verantwortung für sich und ihre Kinder übernehmen zu können. Wir hoffen, dass jede alleinerziehende Mutter Hilfe findet, um mit ihren Kindern unabhängig leben zu können und leben kann wie sie es möchte.